Jatropha

Jatropha ist eine schon länger bekannte Ölpflanze, die vor einiger Zeit „wiederentdeckt“ wurde. Sie gehört zu der Familie der Euphorbiaceae (Wolfsmilchgewächse). In der Literatur ist sie auch noch als Purgiernuss, Brechnuss oder Barbados Nut vorzufinden. Bezüglich Anbau, Züchtung und Ernteverfahren steckt sie mitten in der Endwicklung und hat großes Potenzial.

Die aus dem tropischen Amerika stammende Jatropha ist zwischen 1,5 und 5 Metern hoch, sie ist relativ trockenheitsresistent und ist daher für sämtliche Regionen in Togo denkbar. Ihre Früchte enthalten Öl, das sich gut für die Herstellung von Biodiesel eignet. Auf den Jatrophaplantagen kann zusätzlich Gemüse angebaut werden und steht somit im ökonomischen Wettbewerb mit Palmöl.

Jatropha curcas ist für uns ungenießbar, auf Schleimhäuten stark reizend und steht somit der Nahrungsmittelindustrie nicht zur Verfügung, beziehungsweise es entsteht kein Konkurrenzverhalten. Ihre ungenießbaren Samen liefern ein Öl, welches medizinisch und technisch genutzt wird (Kerzen, Seife, Abführmittel). Rinde liefert Gerb- und Farbstoffe. Als Heckenpflanze ist sie weit verbreitet und wird in Togo hierfür traditionell angebaut.
Das Öl wird aus den Samen gewonnen. Der Ölanteil im Samen beträgt etwa 30-32 %.

Anbau und Forschungsländer

Neben Indonesien wird in Ägypten, Argentinien, Äthiopien, Belize, Brasilien, Burkina Faso, China, Côte d’Ivoire, Dominikanische Republik, Ghana, Haiti, Indien, Italien, Kambodscha, Komoren, Laos, Madagaskar, Malawi, Mali, Mexiko, Mosambik, Namibia, Nepal, Nicaragua, Niger, Papua-Neuguinea, Sambia, Senegal, Simbabwe, Sri Lanka, Südafrika, Sudan, Tansania, Thailand, Tunesien, Uganda und Vietnam Jatropha angebaut beziehungsweise in diesen Länder wird an der Pflanze geforscht und entwickelt.

Ertrag

Der durchschnittliche Ernteertrag der Früchte der Jatropha curcas liegt nach etwa zwei Jahren bei 4-5 Tonnen pro Hektar. Derzeit schätzen wir, dass der Ölertrag 1 t/ ha beträgt.
Zum Vergleich: Palmöl hat einen Ölertrag von über 3,5 t/ha (in Indonesien über 6 t/ha).
Der durchschnittliche Samenertrag pro Hektar kann mit 3.300 kg angegeben werden. Dies bedeutet bei einer Handpressung etwa 900 l/ha oder einer industriellen Pressung einen Ölertrag von 1.150 l/ha.
Bezüglich der Böden kann gesagt werden, dass Jatropha schlecht auf lehmigen Böden wächst. Ihr Wurzelsystem muss sich gut entwickeln können und darf zum Beispiel nicht durch Staunässe beeinträchtigt werden. Ein saurer (pH < 6) oder alkalischer (pH > 8.0) Boden ist nicht für Jatropha verwendbar.
Sollte nicht genügend Niederschlag vorhanden sein, muss bewässert werden. Die minimalen Niederschläge, die zum Überleben der Pflanze reichen, sollten 300 mm/a nicht unterschreiten. Für die Früchteproduktion sind Niederschläge von 600 mm/a erforderlich. Die optimalen Niederschläge liegen zwischen 1.000 und 1.500 mm/a. Zuviel Regen und Feuchtigkeit fördert das Pilzwachstum an der Pflanze.
Jatropha reagiert auf Düngung, zum Beispiel auf schlechten Böden, durchaus positiv. So wurden Versuche in Indonesien durchgeführt, die ohne Düngung nur einen Ertrag von zwei Tonnen pro Hektar aufweisen. Bei in Anspruchnahme einer Düngung stieg der Ertrag auf fünf Tonnen pro Hektar an.
Freistehende Einzelbäume haben keine Probleme mit Krankheiten. Krankheiten treten häufig bei Plantagen mit Monokultur auf, beziehungsweise sind dort vorzufinden. Diese können mittels biologischen Methoden bekämpft werden. Im Zuge der Beschneidung, die wichtig für die Produktion ist, ist darauf zu achten, dass keine Pilze die Pflanze befallen.

Calafi-S.a.r.l. verkauft sowohl Jatrophaöl als auch Jatrophakerne. Bei Interesse Ihrerseits würden wir uns über eine Kontaktaufnahme freuen.

Erste Laborversuche, Jatrophaöl-Herstellung (Handpressung, 2008), haben folgende Ergebnisse gezeigt: PDF.